15 Dez

Rasante Entwicklung – Geburtenanstieg nach IVF

Das Deutsche IVF-Register, in dem alle reproduktionsmedizinischen Maßnahmen erfasst werden, hat die aktuellen Zahlen veröffentlicht, die eine rasante Entwicklung zeigen. Innerhalb von wenigen Jahren haben sich die Geburtszahlen nach IVF fast verdreifacht. Wesentlicher Einflussfaktor für den Erfolg einer künstlichen Befruchtung bleibt das Alter der Frau.

Weitere Hintergründe finden Sie in diesem Artikel:

http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/kuenstliche-befruchtung-2015-wurden-mehr-als-20-000-babys-geboren-a-1183272.html

 

30 Nov

Mein Vater, der Samenspender – TV-Tipp

“Mein Vater der Samenspender” heißt der Film, den die ARD am Sonntag um 17.30 Uhr zeigt. Portraitiert wird der 37-jährige Jörg Seerig, der mit Hilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurde. Ihn treibt die Frage um, wer sein genetischer Vater ist, die Suche nach dem Unbekannten prägt sein Leben.

Ein Schicksal, das an die 100 000 andere Menschen teilen, die in den letzten Jahrzehnten in Ost- und Westdeutschland mit Hilfe einer Spendersamenbehandlung gezeugt wurden. Jeder Mensch hat ein Recht auf Wissen über seine Herkunft. Das hat das Bundesverfassungsgericht 1989 entschieden. Doch erst ab kommenden Jahr und zwar ab Juli 2018 wird durch das Samenspenderregistergesetz gesetzlich sichergestellt, dass Menschen, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, ihr Recht auf Kenntnis der Abstammung verwirklichen können. Zukünftig erhalten sie Auskunft über den Spender, wenn sie dies wünschen.

Mehr Infos zum Film auch unter diesem Link: http://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=28721387227446

27 Nov

Familie im Wandel – Neue Formen von Elternschaft

Mutter, Vater und zwei Kinder – das klassische Familienmodell hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Das Deutsche Jugendinstitut widmet sich in seiner aktuellen Magazinausgabe DJI Impulse den veränderten Formen von Elternschaft mit den daraus resultierenden Herausforderungen. Neben den leiblichen Eltern sorgen immer öfter soziale Mütter und Väter für den Nachwuchs. Sie sind zwar nicht verwandt, übernehmen aber Verantwortung für Kinder. Dennoch orientierten sich Recht, Politik und Gesellschaft immer noch stark am Leitbild der bürgerlichen Kleinfamilie, so die Autorinnen und Autoren. Die Blutsverwandtschaft, die bislang ausschlaggebend für geltendes Recht war, verliere auch angesichts der Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin an Bedeutung. Eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft sei die Folge.

Hintergründig und interessant ist auch das Online-Dossier des DJI zu den verschiedenen Formen der Elternschaft. Der Kulturwissenschaftler Andreas Bernard erklärt beispielsweise in einem Audio-File, wie  sich das Verständnis von Familie und Elternschaft wandelt, indem Kinder immer häufiger mit medizinischer Unterstützung gezeugt werden. Unter diesem Link finden Sie die Downloads:

https://www.dji.de/medien-und-kommunikation/news/news/article/neue-formen-von-elternschaft-1.html

19 Okt

Legalisierung der Eizellspende in Deutschland? Nationale Akademie der Wissenschaften fordert Reform

Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordern die Freigabe der Eizellspende in Deutschland im Rahmen einer grundlegenden Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes. Eine verbindliche Regelung über die Embryonenspende sowie die Aufbewahrung, Befruchtung und Übertragung von eingefrorenen Eizellen müssten ebenfalls in der neuen Legislaturperiode gesetzlich geklärt werden, so die Einschätzung der Expertenrunde. Das Embryonenschutzgesetz von 1990 erfasse die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Außerdem wird kritisiert, dass die betroffenen Frauen, Paare und Kinder nach jetziger Rechtslage unnötigen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt seien und paradoxerweise die Kinderrechte nicht umfassend gewahrt werden könnten. Die Legalisierung der Eizellspende in Deutschland ermögliche eine Abkehr von der im Ausland häufig praktizierten anonymen Eizellspende und auf diese Weise die Stärkung des UN-Kinderrechtes auf Kenntnis der Abstammung.

Das Diskussionspapier der Leopoldina können Sie hier einsehen: http://www.leopoldina.org/de/publikationen/detailansicht/publication/ein-fortpflanzungsmedizingesetz-fuer-deutschland-2017/

Ein Interview mit der Medizinethikerin Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Göttingen, überträgt der Deutschlandfunk heute Nachmittag ab 16.35 Uhr in der Sendung Forschung aktuell: http://www.deutschlandfunk.de/kinderwunsch-medizinethikerin-plaediert-fuer-freigabe-der.1939.de.html?drn:news_id=805105

12 Okt

Baby à la Carte – Sehenswerter Dokumentarfilm

Die Reproduktionsmedizin zwischen Wunscherfüllung und maßgeschneidertem Kind: der Dokumentarfilm Baby à la Carte gibt Einblicke in die rasante medizinische Entwicklung und setzt sich mit der Frage auseinander, was es bedeutet, wenn Design-Babys auf Bestellung vielleicht zukünftig zur neuen Realität werden. Beleuchtet werden die moralischen, ethischen und rechtlichen Folgen im globalen Kontext.

Den Film finden Sie bis zum 09. Dezember 2017 unter diesem Link: https://www.arte.tv/de/videos/064509-000-A/baby-a-la-carte/

04 Okt

Achtsamkeit , Hormone und Ernährung – Kinderwunschtagung in Frankfurt a.M.

Ein spannender Mix erwartet uns auf der zweitägigen Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung BKiD in Frankfurt am Main. Bei diesen Workshops und Vorträgen werde ich mich ab Freitag weiterbilden und austauschen:

  • Einführung achtsamkeitsbasierter Methoden in der Kinderwunschberatung
  • Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) in der Kinderwunschberatung
  • Kinderwunsch aus endokrinologischer Sicht
  • Ganzheitliche Ernährungsberatung bei unerfülltem Kinderwunsch

Ich freue mich auch auf das Treffen mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland, die durch BKiD in der Begleitung von Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch zertifiziert sind.

Das detaillierte Programm der Tagung können Sie hier einsehen: http://www.bkid.de/omenue/fuer-fachkolleginnen/bkid-tagungen.html

 

14 Sep

Tabuthema Fehlgeburt – Buchempfehlung

Viele Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, leiden stillschweigend unter diesem Verlust. Aus vielen Gesprächen auch mit den Männern in meiner Praxis weiß ich, wie belastend die Geschehnisse für das Paar sind, wie schwer es ist, das Erlebnis zu verarbeiten und nach einer Trauerzeit wieder in den Alltag zurückzukehren. In der Öffentlichkeit kommt das Thema Fehlgeburt so gut wie nie vor.

Nun ist der neue Ratgeber “Tabuthema Fehlgeburt” erschienen, der Einblicke in die Erfahrungswelt der Betroffenen gibt und durch fachliche Informationen abrundet. Die Autorin Miriam Funk hat 400 Frauen befragt, die Berichte lesen sich streckenweise erschütternd. Da reden Ärzte tatsächlich von der “Entsorgung des Materials” im Angesicht der Patientin, die um ihr Kind trauert. Das Buch ist dann auch ein Plädoyer für einen sensibleren Umgang mit dem Thema im Klinikalltag und in der Gesellschaft insgesamt. Es ist nicht entscheidend, in welcher Schwangerschaftswoche es zu einer Fehlgeburt kommt. Es ist der Verlust des Kindes – zu jedem Zeitpunkt.

Interessant und hilfreich sind auch die Empfehlungen für die Angehörigen: wenig einfühlsam ist es die Erlebnisse zu beschwichtigen. Es ist keinesfalls tröstlich für die Wunscheltern zu hören, dass es ja noch gar kein Kind gewesen sei. Genauso unangemessen: Spekulationen über eine mögliche Behinderung.

“Alle Frauen sollen wissen: Du bist nicht schuld!”, ist das wohltuende Credo der Autorin, die eine Gemeinsamkeit aller interviewten Frauen festgestellt hat. Sie alle müssen erst lernen, dass sie nichts falsch gemacht haben. Ein wichtiger Schritt, um die Situation mit der Zeit akzeptieren zu können.

Der Ratgeber für Betroffene und Angehörige ist im Mabuse-Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro.

14 Sep

Einblicke Adoption – Neues Adoptionsmagazin

Die Gesamtzahl der Adoptionen hat im Zeitraum von 2004 bis 2009 um 25 Prozent abgenommen. Bei den Fremdadoptionen liegt der Rückgang bei 23 Prozent. Auch die Zahl der Adoptionsbewerbungen gehen stark zurück. Auf jedes zur Adoption vorgemerkte Kind kamen im Jahr 2015 sieben Adoptivbewerber. 11 Jahre zuvor waren es noch durchschnittlich 11, 4 Bewerberinnen und Bewerber, die sich um die Adoption eines Kindes bemüht haben.

Das Bundesfamilienministerium beleuchtet nun in seinem zweiten Adoptionsmagazin “Einblicke Adoption” die Perspektive der annehmenden Eltern und Kinder. Neben einem Überblick über aktuelle Zahlen, Fakten und Trends liegt der Fokus auf dem Leben von Adoptivfamilien. Gleichzeitig räumt das Magazin auch mit Mythen und Vorurteilen auf, z. B. dass Adoptionen nur für Paare mit sehr hohem Einkommen möglich sind oder dass Adoptivkinder meistens psychische Probleme hätten, die das Familienleben sehr belasten.

Das Magazin kann bestellt werden und steht zum Download bereit: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/einblicke-adoption/118538

 

08 Sep

Vor der Wahl – Parteien beziehen Stellung zur Reproduktionsmedizin

Der Verein DI-Netz – Familiengründung mit Samenspende hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung BKiD und anderen Organisationen Wahlprüfsteine an die Bundesparteien geschickt. Außer der AFD haben sich die Parteien nun zu anstehenden Fragen der Reproduktionsmedizin geäußert, z.B. inwiefern sie die Einführung eines Fortpflanzungsmedizingesetzes, eine Aktualisierung des Embryonenschutzgesetzes sowie des Familienrechts in Deutschland für sinnvoll halten. Auch wie sich die etablierten Parteien zu einer Legalisierung der Eizellspende positionieren, ist nun nachzulesen.

Die ausführlichen Stellungnahmen der Parteien können Sie hier nachlesen: http://www.di-netz.de/parteien-ausern-sich-vor-der-bundestagswahl-zur-reproduktionsmedizin/

08 Aug

Nach künstlicher Befruchtung – Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko

Eine groß angelegte Studie in Schweden mit über 1,3 Millionen Frauen kommt zu einem beruhigenden Ergebnis: laut den ausgewerteten Daten findet sich kein erhöhtes Mammakarzinom-Risiko nach einer assistierten Reproduktion bzw. einer ovariellen Stimulation. Dies gilt auch unabhängig davon, ob es im Anschluss zu einer Lebendgeburt gekommen ist oder nicht. Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die spontan schwanger geworden sind.
Anbei die ausführliche Studie in englischer Sprache: