12 Nov

Michelle Obama spricht über Fehlgeburt und IVF – Ein Interview mit mir in Bayern2

“Becoming” – so heißt die Biografie von Michelle Obama, die mit Spannung in den USA erwartet und morgen veröffentlicht wird. Die ehemalige First Lady schreibt in ihren Memoiren auch über die schmerzlichen Erfahrungen bei der Familienbildung mit Barack Obama. In einem bereits vorab veröffentlichten Interview gibt sie intime Einblicke in die Zeit mit Mitte Dreißig, als sie eine Fehlgeburt erlitten hat. Ihre beiden Töchter, auch dies verschweigt Michelle Obama nicht, verdankten sie und ihr Mann auch der assistierten Fortpflanzungsmedizin und In-vitro-Fertilisation. In einer Eheberatung habe sie damals gelernt, wie sie die anstrengende Kinderwunschphase gut bewältigen kann. Dies indem sie begonnen habe ihre eigenen Bedürfnisse mehr zu achten und sich gut um sich selbst zu kümmern.

Bayern2 sendet morgen die offenen Worte von Michelle Obama, und nimmt dies zum Anlass, um über das Thema Kinderwunsch und die Auswirkungen auf die Partnerschaft zu sprechen. Ich freue mich über die Einladung als Studiogast. Das Interview wird morgen zwischen 11.30 und 12 Uhr in der Hörfunksendung “Notizbuch” in Bayern2 zu hören sein.

Hier können Sie das Interview nachhören: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/fehlgeburt-und-ivf-gespraech-mit-kinderwunschberaterin-bettina-klenke-lueders-100.html

 

07 Nov

Unser Kind – TV-Tipp

“Unser Kind” heißt der Spielfilm, den die ARD heute Abend um 20.15 Uhr ausstrahlt. Das Thema: die gesetzliche Grundlage der Elternschaft in einer lesbischen Ehe und die Frage, was mit dem Kind geschieht, nachdem die leibliche Mutter bei einem Autounfall verstorben ist. Denn anders als bei heterosexuellen Ehen hat eine homosexuelle Ehepartnerin nicht automatisch das Sorgerecht für das gemeinsame Wunschkind. Diesen Rechtsstatus können gleichgeschlechtliche eingetragene Ehe- bzw. Lebenspartner bisher noch immer ausschließlich über die Adoption des Kindes erhalten – nur dann ist die “Co-Elternschaft” auch rechtlich garantiert.

ttps://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/sendung/unser-kind-100.html

18 Okt

Späte Mütter – Trend verfestigt sich in den Industrieländern

Durchschnittlich über 30 Jahre alt sind Frauen in Industrieländern, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen. Dies geht aus dem neuen UN-Weltbevölkerungsbericht hervor. Zum Vergleich: in den 70er Jahren waren Erstgebärende im Schnitt zwischen 24 und 26 Jahren alt. Sie wurden also schwanger in einer Phase, in der biologisch gesehen noch die fruchtbarsten Jahre der Frau liegen. Gut ausgebildete Frauen heutzutage verschieben ihren Kinderwunsch nach hinten, um beruflich überhaupt Fuß fassen zu können. Die erhoffte Kinderzahl bleibt in den Industrieländern mit durchschnittlich 1,7 Kindern häufig hinter der gewünschten Vorstellung zurück. In den ärmsten Ländern der Welt, so der UN-Report, sehe dieser Zusammenhang umgekehrt aus: dort bekämen viele Frauen mehr Kinder als sie sich wünschten. Aber auch dort gebe es den unerfüllten Kinderwunsch, der auf eine weltweite mangelnde Verwirklichung der “reproduktiven Rechte” zurückzuführen sei. Um diese Entwicklung aufzuhalten, wird beispielsweise empfohlen die reproduktive Gesundheit zu einem integralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu machen.

Weitere Details zum UN-Weltbevölkerungsbericht: https://www.dsw.org/unfpa-weltbevoelkerungsbericht-2018-2/

https://www.dsw.org/wp-content/uploads/2018/10/Infoblatt_Handlungsempfehlungen.pdf

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98562/Frauen-in-Industrielaendern-bringen-Kinder-immer-spaeter-zur-Welt?token=99c0c02483eec1935a6341b2b35a44aa

 

17 Okt

Anerkennung der rechtlichen Elternschaft nach Leihmutterschaft – BGH betont Kindeswohl

Wunscheltern, denen bereits im Ausland die rechtliche Elternschaft zuerkannt worden ist, müssen in Deutschland nicht mehr auf diesen Status verzichten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem nun veröffentlichten Beschluss entschieden. Im aktuellen Fall hatte ein Paar aus Deutschland eine Leihmutter aus den USA beauftragt, Zwillinge aus anonymen Eizellspenden und den Samen des Ehemannes auszutragen. Die Leihmutter, so die Argumentation der Richter, habe im Gegensatz zu den Wunscheltern kein Interesse daran, sich um die Kinder zu kümmern. Zwar seien in Deutschland im Gegensatz zur USA Leihmutterschaften nicht erlaubt, das US-Urteil weiche also von der deutschen Rechtsprechung ab. Allerdings, so die Begründung des BGH, sei die Entscheidung der US-Richter mit der wesentlichen Rechtsauffassung des deutschen Rechts vereinbar und aus diesem Grund in Deutschland gültig.

Weitere Hintergründe zu dem Urteil finden Sie in diesen Artikeln: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/973610/bundesgerichtshof-elternschaft-eizellspende.html

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bgh-xiizb22417-leihmutterschaft-eltern-gericht-entscheidung-usa-anerkannt/

 

15 Okt

Kinder machen – Dokumentarfilm hinter den Kulissen der Reproduktionsmedizin

“Einen Science-Fiction der Gegenwart” versprechen die Programm-Macher über den Dokumentarfilm “Kinder machen”, der heute Abend in 3sat ausgestrahlt wird. Der Film beleuchtet die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und will dabei die gesellschaftlichen, politischen und ethischen Dimensionen des Themas transparent machen.

Zu sehen ist der Film heute Abend ab 22.25 Uhr bis 23.45 Uhr in 3sat: https://programm.ard.de/TV/3sat/kinder-machen/eid_28007914702478

 

01 Okt

Spermienqualität belastet – Alltagschemikalien verstärken sich gegenseitig

Hormonell wirksame Chemikalien, sog. endokrine Disruptoren (EDC), sind in vielen Lebensmitteln, im Haushalt und in Körperpflegeprodukten zu finden. Diese Substanzen können die Spermienqualität negativ beeinflussen und bis zur Unfruchtbarkeit des Mannes führen. Nun hat ein deutsch-dänisches Forscherteam einen weiteren alarmierenden Zusammenhang herausgefunden: werden diese Chemikalien kombiniert, summieren sich die Einzelwirkungen nicht nur, sondern sie verstärken sich gegenseitig beträchtlich. Die Wissenschaftler plädieren nun dafür, das neue Studienergebnis bei der Bestimmung der zulässigen Grenzwerte künftig zu berücksichtigen.

Weitere Einzelheiten unter diesem Link: https://www.profamilia.de/newsletter/service/einzelansicht/article/alltagschemikalien-schaedigen-spermien-und-verstaerken-sich-gegenseitig.html?noMobile=1&cHash=d3e0008f6c0c7a73b3de5cbeac4345e9

11 Sep

Neue Studie – Gesundheit der Kinder nach künstlicher Befruchtung

Forscher aus der Schweiz haben die Gesundheit von Kindern untersucht, die durch assistierte Reproduktionsmedizin gezeugt wurden. In ihrer Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass sie ein größeres Risiko haben an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken als natürlich gezeugte Kinder. Allerdings stützt sich die Studie aus der Schweiz nur auf eine kleine Stichprobe. In der Vergangenheit hatte es bereits Hinweise gegeben, dass die langfristige Gesundheit der Kinder, die durch assistierte Reproduktionsmedizin gezeugt wurden, eingeschränkt sein kann.

Weitere Hintergründe finden Sie in diesem interessanten Artikel: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-09/kuenstliche-befruchtung-zeugung-kinderwunsch-fortpflanzung-kinder-gesundheit

17 Jul

Entlastend – Stress hat keinen Einfluss auf Schwangerschaftsergebnis nach ART

“Entspannt Euch doch einfach mal, dann wird es schon klappen…” Es gibt kaum einen Menschen mit Kinderwunsch, der diesen Ratschlag nicht schon einmal gehört hat. Ratschläge können auch Schläge sein, und dieser Tipp wirkt alles andere als entlastend. Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch grübeln häufig selbst, ob es am Stress liegen könnte, wenn die Behandlungen im Kinderwunschzentrum bisher noch nicht erfolgreich gewesen sind.

In einer Studie aus den USA ist nun der Einfluss von emotionalem Stress auf das Schwangerschaftsergebnis nach assistierter Reproduktionstechnologie (ART) untersucht worden. Die Fakten sind eindeutig und entlastend:

  • Angst im Vorfeld der reproduktionsmedizinischen Maßnahmen zur Behandlung der Unfruchtbarkeit hat keinen Einfluss auf das Schwangerschaftsergebnis
  • Depressive Symptome vor dem Beginn der Kinderwunschbehandlung haben keinen Einfluss auf das Schwangerschaftsergebnis
  • Wahrgenommener Stress vor dem Beginn der Kinderwunschbehandlung hat keinen Einfluss auf das Schwangerschaftsergebnis
  • Angst und depressive Symptome während der reproduktionsmedizinischen  Maßnahmen haben keinen Einfluss auf das Schwangerschaftsergebnis

Weitere Details zu der Studie finden Sie hier in Englisch: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277953618303411?via%3Dihub

10 Jul

Urteil zu Leihmutterschaft – Anerkennung der Kinder in Deutschland

Die Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die Elternschaft für Kinder, die über eine Leihmutter im Ausland geboren werden, muss aber in Deutschland rechtlich anerkannt werden. So urteilte jetzt das Landgericht Hildesheim im Fall eines homosexuellen Paares. Die beiden Männer hatten auf Anerkennung ihrer Vaterschaft für die durch eine Leihmutter in den USA ausgetragenen Kinder geklagt und Recht erhalten.

Weitere Details zu diesem Urteil finden Sie hier: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96311/Deutschland-muss-per-Leihmutter-geborene-Kinder-anerkennen

03 Jul

Endlich Rechtssicherheit – Samenspenderregistergesetz in Kraft

Menschen, die durch eine Samenspende gezeugt wurden, haben nun endlich Rechtssicherheit über ihre genetische Abstammung. Der Samenspender kann nicht mehr anonym bleiben. Denn seit Juli gilt das neue Samenspenderregistergesetz. Die durch Samenspende gezeugten Personen können also künftig selbst entscheiden, ob sie Auskunft über die Identität des leiblichen Vaters erhalten möchten.

Beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) in Köln werden die entsprechenden Personenangaben über Samenspender und Empfängerin 110 Jahre gespeichert. Gleichzeitig kann der Samenspender nun nicht mehr als rechtlicher Vater belangt werden und etwa in Fragen des Sorgerechts, von Unterhaltszahlungen oder Erbschaftsangelegenheiten herangezogen werden.

Weitere Hintergründe finden sich in diesen beiden Artikeln: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96192/Bundesweites-Samenspenderregister-gestartet

http://www.sueddeutsche.de/panorama/samenspende-anonym-bleiben-geht-nicht-mehr-1.4036332