30 Nov

Mein Vater, der Samenspender – TV-Tipp

“Mein Vater der Samenspender” heißt der Film, den die ARD am Sonntag um 17.30 Uhr zeigt. Portraitiert wird der 37-jährige Jörg Seerig, der mit Hilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurde. Ihn treibt die Frage um, wer sein genetischer Vater ist, die Suche nach dem Unbekannten prägt sein Leben.

Ein Schicksal, das an die 100 000 andere Menschen teilen, die in den letzten Jahrzehnten in Ost- und Westdeutschland mit Hilfe einer Spendersamenbehandlung gezeugt wurden. Jeder Mensch hat ein Recht auf Wissen über seine Herkunft. Das hat das Bundesverfassungsgericht 1989 entschieden. Doch erst ab kommenden Jahr und zwar ab Juli 2018 wird durch das Samenspenderregistergesetz gesetzlich sichergestellt, dass Menschen, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, ihr Recht auf Kenntnis der Abstammung verwirklichen können. Zukünftig erhalten sie Auskunft über den Spender, wenn sie dies wünschen.

Mehr Infos zum Film auch unter diesem Link: http://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=28721387227446

18 Dez

Recht auf Herkunft des Kindes – Aus Fehlern lernen bei der Embryonenspende

Ob die Embryonenspende zukünftig in Deutschland legal sein wird, muss der Gesetzgeber noch entscheiden. Unerlässlich wird es sein, das Recht des Kindes auf seine Herkunft zu verankern, will man nicht wieder die gleichen Fehler der anonymen Adoption oder der anonymen Samenspende wiederholen. Die psychologische Forschung weiß inzwischen durch Generationen von Adoptivkindern und auch durch Samenspende gezeugter Menschen, wie wichtig das Wissen um die genetischen bzw. leiblichen Eltern für eine gesunde Identitätsentwicklung ist. Diese Erkenntnis muss auch bei dem Zukunftsthema Embryonenspende berücksichtigt werden, ansonsten könnten sich die gleichen fatalen Fehler wiederholen. Gut zu wissen – in Deutschland gibt es ein Recht auf Kenntnis der eigenen Herkunft bzw. vorhandener Informationen über die eigene Abstammung – dieses Recht leitet sich aus den Grundrechten ab! Für die Samenspende wurde dieses Jahr erst im Februar ein wegweisendes Urteil verabschiedet: ein Spenderkind, inzwischen eine junge Frau,  hat durch das OLG Hamm gegen einen Reproduktionsmediziner Recht bekommen. Der Mediziner ist verpflichtet worden, der Frau Auskunft über ihren genetischen Vater zu erteilen. Damit sich diese juristischen Auseinandersetzungen nicht beim Thema Embryonenspende wiederholen, muss aus Fehlern der Vergangenheit gelernt werden, d.h. eine anonyme Embryonenspende kann es im Interesse des Kindes nicht geben. Und wovor Angst haben? Die vielen geglückten Biografien von inzwischen erwachsenen Adoptivkindern und durch Samenspende gezeugten Menschen zeigen eines sehr deutlich: das Wissen um die genetischen Wurzeln bzw. leiblichen Eltern schmälert die Liebe zu den sozialen Eltern nicht – im Gegenteil. Soziale Eltern, die ihrem Kind ermöglichen ein positives Selbstbild zu entwickeln, indem sie nicht einen  Teil von sich selbst unterdrücken müssen, wissen, wie wertvoll diese zwar anspruchsvolle aber doch so lohnende Aufgabe ist.

Sehr ausführliche Informationen  zur rechtlichen Grundlage beim Thema Samenspende gibt es auf der website des Vereins von durch Samenspende gezeugten Erwachsenen:

http://www.spenderkinder.de/dierechtlichesituation/