30 Nov

Mein Vater, der Samenspender – TV-Tipp

“Mein Vater der Samenspender” heißt der Film, den die ARD am Sonntag um 17.30 Uhr zeigt. Portraitiert wird der 37-jährige Jörg Seerig, der mit Hilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurde. Ihn treibt die Frage um, wer sein genetischer Vater ist, die Suche nach dem Unbekannten prägt sein Leben.

Ein Schicksal, das an die 100 000 andere Menschen teilen, die in den letzten Jahrzehnten in Ost- und Westdeutschland mit Hilfe einer Spendersamenbehandlung gezeugt wurden. Jeder Mensch hat ein Recht auf Wissen über seine Herkunft. Das hat das Bundesverfassungsgericht 1989 entschieden. Doch erst ab kommenden Jahr und zwar ab Juli 2018 wird durch das Samenspenderregistergesetz gesetzlich sichergestellt, dass Menschen, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, ihr Recht auf Kenntnis der Abstammung verwirklichen können. Zukünftig erhalten sie Auskunft über den Spender, wenn sie dies wünschen.

Mehr Infos zum Film auch unter diesem Link: http://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=28721387227446

27 Sep

Recht auf Herkunft des Kindes – Zentrales Samenspender-Register in Planung

Das Bundesgesundheitsministerium plant offenbar die Einrichtung eines zentralen Registers für die Daten der Samenspende und möchte dieses Vorhaben noch in dieser Legislaturperiode umsetzen. Menschen, die nach Samenspende gezeugt wurden, können sich zukünftig in dieser zentralen und neutralen Anlaufstelle über ihren biologischen Vater informieren.

Ich begrüße diese Entwicklung: dies ist auch aus meiner Sicht ein bedeutsamer und dringend erforderlicher Schritt, um das UN-Kinderrecht auf Kenntnis der eigenen Herkunft nun tatsächlich auch beim Thema Samenspende garantieren zu können.

Mehrere Fachgesellschaften und vor allem der Verein DI-Netz , die Interessenvertretung der nach Samenspende gezeugten Kinder, setzen sich seit Jahren dafür ein, die Akzeptanz der Familienbildung mit Hilfe der Donogenen Insemination (DI) zu steigern und einer gesellschaftlichen Stigmatisierung entgegenzuwirken. Anlässlich der offiziellen Meldung zur Einführung eines Spenderregisters hat die DI-Vorsitzende und Psychologin Claudia Brügge einen Kommentar verfasst, der wesentliche Überlegungen gut und klug zusammenfasst:

Hier können Sie den Kommentar nachlesen:

http://www.di-netz.de/samenspende-spenderregister/

 

 

17 Jun

Perspektiven in der Kinderwunschzeit – Was, wenn es nicht klappt?

Diese Frage beschäftigt viele Paare in der Kinderwunschzeit und ist häufig mit diversen Ängsten verbunden. Aus diesem Grund wird sie meist schnell wieder beiseite geschoben. Dabei ist es so hilfreich, Antworten darauf zu finden. So freue ich mich über die Kooperation mit dem Verein Wunschkind, der unser Seminar Zuversicht und Perspektiven in der Kinderwunschzeit anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums unterstützt und einen Großteil der Seminarkosten für Sie übernimmt. Einige Plätze sind momentan noch frei. In dem Seminar, das meine Kollegin Doris Wallraff und ich gemeinsam im November in Nürnberg gestalten werden,  können Sie sich konstruktiv mit diesem wichtigen Lebensthema auseinandersetzen.

So gehen wir auf Ihre Interessen ein: vielleicht planen Sie inzwischen ein Leben ohne Kinder oder beschäftigen sich mit Alternativen zum leiblichen Kind. Nur wer weiß, wie ein möglicher Weg aussieht, kann sich auch ernsthaft damit auseinander setzen. So informieren wir Sie während des zweitägigen Seminars über die Verfahren und die jeweilige Gesetzeslage zu den Themenbereichen Adoption, Pflegschaft, Samen-, Eizell- sowie Embryonenspende, damit Sie sich ein fundiertes Bild machen können, um individuell stimmige Antworten zu finden.

Eingeladen sind bislang ungewollt kinderlose Frauen und Männer, die auch in dieser schwierigen Lebensphase handlungsfähig bleiben möchten. Sie sind uns alleine oder als Paar herzlich willkommen. Anmelden können Sie sich gerne bei mir.

Weitere Details finden Sie auf meiner Webseite unter:

https://www.kinderwunschberaterin.de/wunschkind/

03 Mai

Entbehrlich oder Persönlichkeitsrecht? Die Kenntnis der eigenen Abstammung

Wo komme ich her? Wer hat mich geprägt? Was hat das für Auswirkungen für heute und in der Zukunft? Sind die Gene oder die Erziehung entscheidend? Fragen, die viele Wunscheltern bewegen, die sich mit den Themen Adoption, Samen- und Eizellspende beschäftigen oder sich über eine Leihmutterschaft Gedanken machen. Zwar sind in Deutschland die Eizellspende und die Leihmutterschaft gesetzlich nicht erlaubt, doch die wachsenden Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin machen vor den Grenzen nicht Halt. Sie bringen neue ethische und gesellschaftliche Problemstellungen mit sich. Ist das Abstammungsrecht hier auf der Höhe der Zeit? Eine interessante Hörfunkdiskussion zum Stand der rechtlichen Bedingungen und psychischen Einflussfaktoren können Sie unter diesem Link nachhören:

http://www.kulturradio.de/programm/sendungen/160430/zeitpunkte_debatte_1704.html

 

20 Mrz

Hörtipp: Wunschkinder aus dem Baukasten

Kinder können heute im Baukastensystem im Labor erzeugt werden: Eizellen aus Spanien, der Samen aus Dänemark, die Leihmutter aus der Ukraine. Die Hörfunkautorin Eva Schindele  hat nachgefragt, was das für die so gezeugten Kinder und unsere Wertvorstellungen von Familie bedeutet? Auch der Kulturwissenschaftler Andreas Bernard kommt zu Wort, der im letzten Jahr das vielbeachtete Buch “Kinder machen – neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie (Samenspende, Leihmütter, künstliche Befruchtung)” geschrieben hat.

Die Sendung “Wunschkinder aus dem Baukasten – Ein Kind, mehrere Dienstleister” ist im Rahmen der Sendung IQ- Wissenschaft und Forschung in Bayern2 gesendet worden.

Den Link zum Podcast finden Sie hier:

http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung1003268.html

 

29 Jan

Wegweisendes BGH-Urteil – Kenntnis über Abstammung ist Persönlichkeitsrecht

Wer ist mein Vater? Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass Kinder, die aus Samenspende gezeugt wurden, auf diese Frage künftig ein Auskunftsrecht haben. Unabhängig vom Alter. Geklagt hatten zwei 12 und 17 Jahre alte Mädchen.

Der Bundesgerichtshof verwies zur Begründung auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1989, wonach Kinder grundsätzlich Anspruch auf Klärung ihrer Herkunft haben, weil diese ein “unabdingbarer Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts” sei. Dieses vom Grundgesetz geschützte Informationsinteresse habe einen so hohen Rang, dass Altersgrenzen zum Informationsrecht der Kinder unzulässig seien.

Ich begrüße das Urteil, da ich in meiner familientherapeutischen Praxis erlebe, wie wichtig es für eine gelungene Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen ist, über seine genetische Herkunft aufgeklärt zu werden. Die Liebe zu den sozialen Eltern wird durch die Kenntnis der biologischen Abstammung nicht geschmälert – im Gegenteil. Meine Klienten profitieren von der Beschäftigung mit den Erkenntnissen der “Biografiearbeit” und fühlen sich so schließlich sicher in der frühzeitigen Aufklärung über die Entstehung ihrer Kinder.

Als Einstiegslektüre in die Biografierabeit mit Kindern und Jugendlichen empfehle ich das Buch “Wo gehöre ich hin?” von Tony Ryan und Rodger Walker:

http://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/909-wo_gehoere_ich_hin.html

 

23 Apr

Rechte der Wunschkinder im Blick behalten – Verein “Spenderkinder” kritisiert Embryonenspende

Der Verein “Spenderkinder” fordert die bayerischen Reproduktionsmediziner auf, die in dem “Netzwerk Embryonenspende” organisiert sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und Embryonenspenden nicht wie geplant anonym durchzuführen. Die Vernachlässigung der Rechte von Menschen, die durch anonyme Samenspende gezeugt wurden, dürften bei dem Thema Embryonenspende nicht wiederholt werden, so der Verein “Spenderkinder” in seiner Stellungnahme.

Auch ich frage mich, warum die Standards der gängigen offenen Adoptionspraxis bei der Embryonenspende nicht gelten sollen. Es ist inzwischen anerkannt: ein offener Umgang mit der besonderen Entstehungsgeschichte ermöglicht Wunschkindern eine vitale Entwicklung – dies gilt für Adoptivkinder, für Menschen, die durch Samenspende gezeugt wurden und wird auch zukünftig für Menschen bedeutsam sein, die durch eine Embryonenspende genetische und soziale Eltern haben werden.

Unter diesem Link finden Sie die fundierten Bedenken des Vereins “Spenderkinder” zu der geplanten anonymen Embryonenspende:

www.spenderkinder.de/news/page/2/

14 Apr

Seriöse Informationen – Kinderwunschbehandlung im Ausland

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat neue Informationen zusammengestellt für Paare, die eine Kinderwunschbehandlung im Ausland erwägen. Es gibt im Vorfeld vieles zu bedenken, diese Seite stellt zu folgenden Themenfeldern verlässliche Informationen zusammen :

  •  Auslandsbehandlungen und ihre medizinischen Risiken
  • Gesetzliche Bestimmungen im Überblick
  • Ethisch-rechtliche Aspekte
  • Tragfähige Entscheidungsfindung durch professionelle Kinderwunschberatung im Vorfeld
  • Die Eizellespende (in Deutschland verboten)
  • Die Samenspende
  • Die Embryonenspende (aufgrund der unklaren Gesetzeslage in Deutschland nicht praktiziert)
  • Die Leihmutterschaft (in Deutschland verboten)
  • Seelische Einflüsse auf Paare, die sich für eine Kinderwunschbehandlung im Ausland entscheiden

Ein Klick lohnt sich also auf jeden Fall:

http://www.familienplanung.de/kinderwunsch/behandlung-im-ausland/

Und für alle, die sich auf dieser seriösen Webseite allgemein einen Überblick zum Thema “Unerfüllter Kinderwunsch” verschaffen möchten, werden hier fündig:

http://www.familienplanung.de/Kinderwunsch/