30 Aug

Aufwärtstrend – Mehr Kinder und mehr Geschwister durch Reproduktionsmedizin

In Deutschland gibt es immer mehr Kinder, die mit Hilfe moderner Reproduktionsmethoden gezeugt werden. Die Zahl ist inzwischen auf 17.100 gestiegen, im Jahr 2001 waren es zum Vergleich nur 12.500 Geborene.

Auch Eltern, die bereits ein Kind haben, nutzen das Angebot von Kinderwunschzentren, wenn es mit dem zweiten Kind nicht klappt, so das Ergebnis der aktuellen Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).  „Viele denken, dass Infertilität ausschließlich ein Problem Kinderloser ist. Das stimmt aber nicht. Allerdings ist für Eltern der persönliche Druck wahrscheinlich geringer, den Kinderwunsch mit medizinischer Hilfe zu erfüllen, denn sie haben ja bereits ein Kind“, so die Einschätzung der Soziologin Jasmin Passet-Wittig.

In meiner Praxis erlebe ich allerdings, mit welcher Wucht ein sogenannter “sekundärer Kinderwunsch” das Familienleben beeinträchtigen kann, also der Wunsch nach einem zweiten Kind. Natürlich ist die Freude über das vorhandene Kind groß, die Sehnsucht nach einem Geschwisterkind kann aber das gesamte Familienleben überschatten. Auch unausgesprochen fühlt das vorhandene Kind die Trauer der Eltern, die mit ihrem unerfüllten Wunsch nach einem zweiten Kind häufig auf großes Unverständnis des Umfelds stoßen. So erlebe ich es als hilfreich für das gesamte Familiensystem, wenn Frauen, Männer und Paare in dieser Situation Beratung bzw. Therapie zulassen.

Hier mehr Informationen zu der Geburtenrate nach Reproduktionsmedizin:

http://www.bib-demografie.de/DE/Aktuelles/Presse/Archiv/2016/2016_07_gdm_reproduktionsmedizin.html