26 Feb

Mehr Reproduktionsmedizin – Weniger Adoptionen

Die Zahl der Inlandsadoptionen ist in Deutschland rückläufig, innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Bewerber, die ein Kind adoptieren möchten, nahezu halbiert. Doch trotz dieser Entwicklung kommen durchschnittlich immer noch sechs Bewerberpaare auf ein Kind. Zukünftig werden darunter mehr Regenbogenfamilien sein, da seit letztem Jahr durch das Gesetz der “Ehe für Alle” lesbische und homosexuelle Ehepaare nun auch gemeinsam ein Kind adoptieren dürfen. Der Weg über die Annahme eines Pflegekindes elterliche Verantwortung zu übernehmen, stand ihnen genauso wie alleinstehenden Menschen bereits zuvor offen.

Auch immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Auslandsadoption: innerhalb von vier Jahren im  Zeitraum von 2010 bis 2014 konnte ein Rückgang um 57 % beobachtet werden. Es ist davon auszugehen, dass die verbesserten Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin einen Einfluss auf diesen rückläufigen Trend im Adoptionswesen haben. Dass dies ohnehin stark reformierungsbedürftig ist, das habe auch ich in den letzten Jahren auf politischer Ebene angemahnt. Erfreulich ist, dass dem Bundesfamilienministerium inzwischen die Ergebnisse des Expertise- und Forschungszentrums Adoption vorliegen und damit die wesentlichen Kernpunkte zur Weiterentwicklung und Modernisierung des Adoptionswesens klar benannt sind. Das kompakte Thesenpapier mit den Reformpunkten können Sie hier einsehen: https://www.bmfsfj.de/blob/120132/eba5d18547a3e292f4403ecbdda4a846/kernpunktepapier-efza-adoption-data.pdf

Weitere Hintergründe zu den Entwicklungen im Adoptionsbereich auch im Hinblick auf die Reproduktionsmedizin findet sich in diesem interessanten Artikel:  https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kinderwunsch-weniger-adoptionen-in-deutschland-aber-mehr-kinder-von-leihmuettern/20974454.html