23 Mrz

Embryonenspende – Deutscher Ethikrat plädiert für gesetzliche Regelung

Der Deutsche Ethikrat hat sich mit dem Thema Embryonenspende bzw. der Embryoadoption befasst und kommt zu dem Schluss, dass mit dieser Form der Familienbildung “vielfältige Konflikte” verbunden sein können: etwa durch die Vervielfältigung von Elternrollen, durch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das Kind aufwachsen soll, oder durch das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung, das von großer Bedeutung für die Identitätsentwicklung des Kindes sein kann.

Das Kindeswohl sei aber wesentlich für die Ausgestaltung der Embryospende bzw. der Embryoadoption. Vor diesem Hintergrund spricht sich der Ethikrat dafür aus, die Übernahme der Elternrechte und -pflichten gesetzlich klar und dauerhaft zu regeln. Der Vorschlag: mit dem Zeitpunkt des Embryotransfers sollte dem Empfängerpaar die rechtliche Elternschaft übertragen und das Spenderpaar entsprechend von diesen Elternrechten und -pflichten entbunden werden.

Besonders hervorgehoben wird der Stellenwert einer medizinischen, rechtlichen und psychosozialen Beratung angesichts der besonderen Herausforderungen für alle Beteiligten – sowohl bei den Spender- als auch bei den Wunsch- bzw. Empfängereltern.

Weitere Hintergründe in der Kurzversion finden Sie hier:

http://www.ethikrat.org/presse/pressemitteilungen/2016/pressemitteilung-02-2016

Die ausführliche Stellungnahme können Sie sich unter diesem Link herunterladen:

http://www.ethikrat.org/

 

 

14 Mrz

Future Baby – Kinderwunsch im Kino

Das Thema “unerfüllter Kinderwunsch” ist ein Thema mit einer rasanten Entwicklung und berührt medizinische sowie ethische Fragestellungen und immer häufiger auch individuelle Lebensentwürfe in einer globalisierten Welt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich nun auch ein Dokumentarfilm im Kino mit der Frage beschäftigt, was es für unsere Gesellschaft bedeutet, wenn sich biologische Grenzen mehr und mehr aufheben. Mit der Regisseurin und Filmemacherin Maria Arlamovsky stehe ich in einem wertvollen fachlichen Austausch und durfte einige Impulse für den aufwendig recherchierten Film beisteuern. So gratuliere ich zum Filmstart und bin überzeugt, dass er ein breites Publikum anregen wird zur Auseinandersetzung mit der Zukunft der menschlichen Fortpflanzung – mitten in der Gegenwart.

Future Baby läuft vorerst in Österreich an ab dem 15. April. Sobald der Kinostart in Deutschland fest steht, erfahren Sie es in meinem Blog.

Hier weitere Hintergründe und auch der Trailer zum Film:

http://www.futurebaby.at/#

03 Mrz

Eine Frage der Haltung – Frühjahrstagung der Kinderwunschberaterinnen und Berater

Immer mehr Aspekte der Familiengründung sind scheinbar planbar und bestimmbar geworden. Dies bedeutet mehr Möglichkeiten für eine selbst bestimmte Lebensgestaltung, die aber häufig Konsequenzen für andere Beteiligte und das zukünftige Kind hat. Dies zeigt sich in vielen Bereichen der Reproduktionsmedizin, z.B. bei den Themen Eizellspende, Leihmutterschaft, Risiko von Mehrlingsschwangerschaften oder bei dem Recht des Kindes auf Wissen um die eigene Herkunft.

Auf der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung (BKiD e.V) werden meine Kolleginnen, Kollegen und ich unsere Wertehaltungen erneut reflektieren. Ich erlebe es täglich in meiner Praxis, wieviele ethische Fragen hinter einem Kinderwunsch stecken. Professionelle Beraterinnen und Berater können dabei nicht einfach neutral bleiben, sondern haben ihre eigenen Wertvorstellungen und Anliegen.

Auf der zweitägigen Frühjahrstagung in Frankfurt am Main erwarten wir ab morgen Impulse aus theologischer Sozialethik und dem Bereich der Sozialphilosophie zu diesen Themen:

  • Kinderwunsch und Schwangerschaft heute – Zwischen Wahlfreiheit und Verantwortlichkeit
  • Kinderwunsch und Kinderrechte angesichts technischer Fortentwicklungen in der Medizin. Gesichtspunkte der Ethik (PID, Social Freezing, Uterustransplantation)
  • Nicht-invasive pränatale Tests – Medizinische Anwendungen heute und Möglichkeiten in der Zukunft
  • Erfahrungsaustausch PID
  • Familiengründung mit Hilfe der Reproduktionsmedizin – Gibt es eine Pflicht zur Beratung? Ethische Überlegungen zu psychosozialen Interventionen in einem schwierig gewordenen Bereich des persönlichen Lebens