08 Feb

Münchner Netzwerk Kinderwunsch: Schweigen ist nicht die Lösung!

Das Münchner Netzwerk Kinderwunsch regt zu einem differenzierten Umgang mit der geplanten Kinderwunsch-Messe in Berlin an. In der heute veröffentlichten Pressemitteilung heißt es:

“Information ist in Deutschland nicht verboten. Paare, die sich für Maßnahmen interessieren, wie sie nur im Ausland durchgeführt werden, haben sich längst online informiert auf den entsprechenden Webseiten und in Foren. Es ist wichtig, diese Paare nicht allein mit ihren Fragen zurückzulassen. Darüber zu schweigen, ist nicht die Lösung, sondern es braucht eine differenzierte, informierte, seriöse, auch durchaus kontroverse und kritische Auseinandersetzung, die ethische, medizinische, psychologische und psychosoziale Aspekte vor allem auch für die so gezeugten Kinder miteinbezieht.”

Das Münchner Netzwerk Kinderwunsch besteht bereits seit 17 Jahren und ist ein multiprofessioneller Zusammenschluss von Fachfrauen unterschiedlicher Berufsgruppen (Therapeutinnen, Ärztinnen, Heilpraktikerinnen, Sozialpädagoginnen, Psychologinnen).

Über die diesjährige Aufnahme in das Münchner Netzwerk Kinderwunsch freue ich mich, da ich das Ziel der fachübergreifenden Auseinandersetzung und entsprechenden Weitervermittlung bei allen schul- und komplementärmedizinischen, sozialen, umweltbedingten, psychologischen, spirituellen und ethischen Aspekten der ungewollten Kinderlosigkeit gerne unterstützen möchte.

Die Pressemitteilung im Wortlaut können Sie hier downloaden:

Pressemitteilung Münchner Netzwerk Kinderwunsch

01 Feb

Ein Geschäft mit der Hoffnung? – Kinderwunsch-Messe in Berlin

In vielen angelsächsischen Ländern gibt es sie bereits. Nun wird auch in Deutschland die erste Kinderwunsch-Messe veranstaltet. Das Vorhaben ist nicht unumstritten, denn in Berlin werden sich am 18. und 19. Februar auch Kliniken aus dem Ausland präsentieren, die reproduktionsmedizinische Methoden wie die Eizellspende anbieten, die in Deutschland nicht erlaubt sind.

Kritiker befürchten ein Geschäft mit der Sehnsucht und Hoffnung von Menschen, deren Kinderwunsch meist bereits seit langen Jahren unerfüllt geblieben ist. Doch eine rigide Ablehnung dieser Messe scheint nicht die alleinige Lösung zu sein. Information, Hilfe bei der Einordnung von rechtlichen, medizinischen und ethischen Anliegen und nicht zuletzt die psychosoziale Begleitung sind enorm wichtig für Kinderwunschpaare. Allerdings stelle ich in Frage, ob eine Messe per se den nötigen angemessenen Rahmen bietet, um auf die komplexen Fragestellungen und inneren Nöte eingehen zu können. So steht zu befürchten, dass die hilfesuchenden Menschen am Ende doch allein zurück gelassen werden.

Ein interessanter Artikel zum Thema findet sich auch in der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/news/gesundheit/gesundheit-wenn-der-kinderwunsch-ins-ausland-fuehrt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170130-99-84886