14 Sep

Tabuthema Fehlgeburt – Buchempfehlung

Viele Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, leiden stillschweigend unter diesem Verlust. Aus vielen Gesprächen auch mit den Männern in meiner Praxis weiß ich, wie belastend die Geschehnisse für das Paar sind, wie schwer es ist, das Erlebnis zu verarbeiten und nach einer Trauerzeit wieder in den Alltag zurückzukehren. In der Öffentlichkeit kommt das Thema Fehlgeburt so gut wie nie vor.

Nun ist der neue Ratgeber “Tabuthema Fehlgeburt” erschienen, der Einblicke in die Erfahrungswelt der Betroffenen gibt und durch fachliche Informationen abrundet. Die Autorin Miriam Funk hat 400 Frauen befragt, die Berichte lesen sich streckenweise erschütternd. Da reden Ärzte tatsächlich von der “Entsorgung des Materials” im Angesicht der Patientin, die um ihr Kind trauert. Das Buch ist dann auch ein Plädoyer für einen sensibleren Umgang mit dem Thema im Klinikalltag und in der Gesellschaft insgesamt. Es ist nicht entscheidend, in welcher Schwangerschaftswoche es zu einer Fehlgeburt kommt. Es ist der Verlust des Kindes – zu jedem Zeitpunkt.

Interessant und hilfreich sind auch die Empfehlungen für die Angehörigen: wenig einfühlsam ist es die Erlebnisse zu beschwichtigen. Es ist keinesfalls tröstlich für die Wunscheltern zu hören, dass es ja noch gar kein Kind gewesen sei. Genauso unangemessen: Spekulationen über eine mögliche Behinderung.

“Alle Frauen sollen wissen: Du bist nicht schuld!”, ist das wohltuende Credo der Autorin, die eine Gemeinsamkeit aller interviewten Frauen festgestellt hat. Sie alle müssen erst lernen, dass sie nichts falsch gemacht haben. Ein wichtiger Schritt, um die Situation mit der Zeit akzeptieren zu können.

Der Ratgeber für Betroffene und Angehörige ist im Mabuse-Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro.

14 Sep

Einblicke Adoption – Neues Adoptionsmagazin

Die Gesamtzahl der Adoptionen hat im Zeitraum von 2004 bis 2009 um 25 Prozent abgenommen. Bei den Fremdadoptionen liegt der Rückgang bei 23 Prozent. Auch die Zahl der Adoptionsbewerbungen gehen stark zurück. Auf jedes zur Adoption vorgemerkte Kind kamen im Jahr 2015 sieben Adoptivbewerber. 11 Jahre zuvor waren es noch durchschnittlich 11, 4 Bewerberinnen und Bewerber, die sich um die Adoption eines Kindes bemüht haben.

Das Bundesfamilienministerium beleuchtet nun in seinem zweiten Adoptionsmagazin “Einblicke Adoption” die Perspektive der annehmenden Eltern und Kinder. Neben einem Überblick über aktuelle Zahlen, Fakten und Trends liegt der Fokus auf dem Leben von Adoptivfamilien. Gleichzeitig räumt das Magazin auch mit Mythen und Vorurteilen auf, z. B. dass Adoptionen nur für Paare mit sehr hohem Einkommen möglich sind oder dass Adoptivkinder meistens psychische Probleme hätten, die das Familienleben sehr belasten.

Das Magazin kann bestellt werden und steht zum Download bereit: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/einblicke-adoption/118538

 

08 Sep

Vor der Wahl – Parteien beziehen Stellung zur Reproduktionsmedizin

Der Verein DI-Netz – Familiengründung mit Samenspende hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung BKiD und anderen Organisationen Wahlprüfsteine an die Bundesparteien geschickt. Außer der AFD haben sich die Parteien nun zu anstehenden Fragen der Reproduktionsmedizin geäußert, z.B. inwiefern sie die Einführung eines Fortpflanzungsmedizingesetzes, eine Aktualisierung des Embryonenschutzgesetzes sowie des Familienrechts in Deutschland für sinnvoll halten. Auch wie sich die etablierten Parteien zu einer Legalisierung der Eizellspende positionieren, ist nun nachzulesen.

Die ausführlichen Stellungnahmen der Parteien können Sie hier nachlesen: http://www.di-netz.de/parteien-ausern-sich-vor-der-bundestagswahl-zur-reproduktionsmedizin/